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Die Zukunft vom Podcasting

15. Dezember, 2006 von Tino Krener

Holger HankFabian Schmidt hat im vierten denQuer Podcast mit Holger Hank über das Thema Podcasting und die Medienzukunft gesprochen. Hank ist Leiter der Abteilung Neue Medien bei der Deutschen Welle.

Wie nutzt die Deutsche Welle den neuen Medienkanal?

Wir bei der Deutschen Welle haben schon im Jahr 2004 begonnen, und da waren wir die Ersten in Deutschland, uns ganz intensiv mit dem Thema Podcasting zu befassen. Im letzten Jahr 2005, haben wir unsere Podcastingangebote auch in den Regelbetrieb übergeben, sowohl die Audiopodcasts im Radiobereich, also auch die Videopodcasts. Auch da waren wir im letzten Jahr die Ersten in Deutschland, die einen regelmäßigen Videopodcast anbieten.

Von den Massenmedien veröffentliche Podcasts sind fast immer Inhalte von Sendungen, die schon mal gesendet wurden. Wird es in Zukunft Folgen mit unveröffentlichten Sendungen und Inhalten zum Download geben?

Was die Deutsche Welle macht, ist im Augenblick die Inhalte, die wir sowieso als Radiosender und als Fernsehsender haben, zweit verwerten. Das heißt automatisiert oder zum Teil extra bearbeitet, für Podcasting bereit stellen. Aber ich glaube schon, dass wir zunehmend auch hingehen werden, eigene Inhalte nur für Podcasting zu gestalten. Man könnte zum Beispiel an spezielle Wochenzusammenfassungen denken oder spezielle Sendungen, die im normalen Programm gar kein Platz mehr finden, weil Sendezeiten gekürzt werden etc., die aber trotzdem noch im Podcastingbereich weiterleben können. Das ist sicherlich eine Option, gerade für Radioredaktionen, die nicht mehr soviel Sendezeiten bei der Deutschen Welle geboten bekommen.

Setzen sich professionelle Podcasts durch, obwohl dieses Medium bisher von den authentischen Moderatoren gelebt hat?

Ich glaube es ist besonders wichtig im Internet und beim Podcasting individuell, subjektiv, interessant und spannend zu sein. Wenn das klassische Radio dies nicht mehr bietet, ist es eine Chance fürs Podcasting. Das herkömmliche Radio muss beginnen vom Podcasting zu lernen und auch wieder etwas individueller und etwas weniger perfekt zu werden. Dann werden wir als Radiosender weiterhin Gehör haben. Es ist völlig egal über welchen Distributationskanal das läuft. Ob das dann als Podcast vertrieben wird oder klassisch ausgestrahlt wird. Die Zuhörer werden immer Töne und Stimmen hören wollen. Sie werden Interessantes hören wollen und nicht ein plattes Programm.

Wie sehen Sie die zukünftliche Entwicklung des Internets. In welchen Altersgruppen erwarten Sie die höchsten Zuwächse?

Die Jungen sind sowieso im Internet und die Jungen werden ja automatisch älter. Aber die größten Wachstusraten sehen wir im Moment bei den Generationen über 60 – zumindest hier in Deutschland. Das heißt, dass mehr und mehr ältere Semester sich diesem Thema öffnen müssen und da ist noch nicht die Decke erreicht.

Welchen Tipp geben Sie dem Mediennachwuchs? Ist es besser sich zu spezialisieren oder ein ein breites Allgemeinwissen zu haben?

Ich bin ja Journalist vom Hause aus. In diesem Bereich kommt es gar nicht drauf an, dass man spezifisches Fachwissen in möglichst vielen Bereichen hat, was das Handwerk angeht. Man muss als junger Berufseinsteiger nicht schon Fernsehen, Radio, Online und Zeitung gleichermaßen gut können. Es ist viel wichtiger, dass man ein Nachrichtengeschäft schon mal gemacht hat. Dabei ist es egal, ob dies Zeitung oder Radio war. Wer einmal unter Zeitdruck Nachrichten gemacht hat, egal auf welcher Ebene, ist eigentlich geeignet sich in allen anderen Medien auch einzufinden.

Welche Entscheidung in Ihrer Karriere würden Sie immer wieder tun und vor was würden Sie abraten?

Ein negatives Beispiel kann ich gar nicht bieten. Ich glaube, schon relativ früh über die Dörfer getingelt zu sein und Artikel geschrieben zu haben, ist eine Erfahrung, die viele gemacht haben. Das schadet definitiv nicht. Wer einmal beim Schützenfest die Namen des Schützenkönigs und seiner Frau falsch geschrieben hat, weiß was dies bedeutet und das ist durchaus hilfreich im weiteren Leben.

Ein Tipp zum Schluss.

In die Medien zu kommen ist natürlich einen Wunsch den Viele haben. Dies ist sicherlich manchmal auch ein dornenreicher Weg und schwierig. Man muss am Anfang viel investieren durch zum Teil unbezahlte Praktika und sich mehr als in anderen Jobs engagieren. Aber es definitiv ein Berufsfeld was viel Spaß macht, egal auf welcher Ebene. Aufgrund der Tatsache, dass Medien noch an Bedeutung gewinnen werden und hier spielt das Internet eine große Rolle, werden die Medien definitiv ein Zukunftsfeld sein.

Den Podcast mit Holger Hank im Interview gibt es hier.

Kategorie : Sonstiges, Web 2.Q

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