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Interview mit Kameramann & Professor Göbel

30. November, 2006 von Tino Krener

Die vierte Ausgabe des Mediennachwuchs Podcastes von denQuer geht diesen Freitag online. In der ersten Ausgabe hatten wir mit Prof. Göbel (Filmhochschule Babelsberg) gesprochen. Dieses Interview könnt ihr hier nachlesen:

Was ist das besondere an Kurzfilmen?
Kurzfilme sind wie Gedichte. Sie verdichten, sie bringen etwas auf den Punkt und sie sagen Wesentliches.

Wie wichtig sehen Sie die technische Entwicklung HDV?
Standarddefinition SDDV oder High Definition ist eigentlich kein so wesentlicher Unterschied. Es kommt auf die Inhalte an.

Wo ist der Vorteil einer private Hochschule gegenüber einer staatlichen?
Der Vorteil einer staatlichen Hochschule ist ganz einfach: preiswert. Auch mit Studiengebühren immer noch sehr preiswert. Aber auch sehr gemütlich. An den staatlichen Schulen gibt es Leute, die vielleicht den Beruf, dieses Studium gar nicht so ernst meinen. Auch der Leistungsbedarf ist bei einer privaten Hochschule wesentlich höher. Und die Leute wollen was für ihr Geld haben. Was nichts kostet, taugt nichts. Kennen wir ja aus der Werbung. Und diese privaten Schulen werden im Kommen sein. Weil sie möglicherweise eine technisch bessere Ausstattung haben, eine kleinere Studentenzahl haben, jeder Dozent hat weniger Studenten zu betreuen und es ist einfach familiärer, unmittelbarer und unfassender. 16 Uhr kann kein Feierabend sein. An einer staatlichen Schule ist das so.

Also die wirklich heftigen Bewegungen auf diesem Markt werden manchmal von den staatlichen Schulen gar nicht erkannt. Beispiel Internetfernsehen. Zeigen Sie mir eine staatliche Ausbildung, die ihre Studenten in Richtung Internetfernsehen trainiert. Internetfernsehen heißt: Verbindung zwischen Technik und Gestaltung und Inhalte zu beherrschen. Das sind also völlig neue Herausforderung und die bedeuten den Lehrplan zu ändern und das geht schlecht.

Welche Zukunft geben Sie den VJ’s?
Mit 5000 € pro Sendeminute lässt sich Fernsehen wirklich anders machen als mit 50 Cent. Ich spreche öffentlich-rechtliches Fernsehen im Vergleich zum privaten Stadtfernsehen an. Die VJ’s gibt’s seit 10-20 Jahren. Jeder Kleinsender im Stadt- oder Regionalbereich hat VJ’s. Wieso wird hier etwas neu erfunden, was es schon lange gibt? Der Allrounder zwischen Inhalt und Form ist begrenzt. Nach meiner Meinung kann der VJ bestimmte Formen nicht gleichzeitig beherrschen. Aber es ist im Newsbereich, im kleineren Reportagebereich die einzige Form, vielleicht lebendig und direkt am Menschen zu sein.

Welche Tipps geben Sie dem Mediennachwuchs?
Optimistisch zu sein und dran zu glauben, dass Visualisierung viel Zukunft hat. Also die Artikel von gestern sind die bewegten Bilder von morgen. Ich glaube, dass es keine intensivere, kürzere Informationsform gibt als die durch bewegte Bilder.

Und zum Schluss: Medien- Spezialist oder Generalist?
Rein fernsehmäßig gesprochen: Ich glaube wenn man das Leben beschreiten will, muss man das Leben kennen. Allgemeinwissen ist unbedingt erforderlich, um Fernsehen zu machen. Also man kann nicht jedes Mal nachschlagen. Und ich glaube schon, dass man sich irgendwann spezialisieren muss. Nicht Alle können Alles. Aber man muss die ganze Breite im Blick haben, um das Eigentliche ordentlich zu machen.

Das Interview führte: Fabian Schmidt

Kategorie : Sonstiges, Web 2.Q

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