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Alltag eines Grafikdesigners

5. Januar, 2007 von Tino Krener

Erik WankerlGrafikdesign am Computer ist aufgrund der geringen Eigeninvestition und Verwirklichung der eigenen Kreativität zu einen Traumjob für Viele geworden. Wir haben mit Erik Wankerl, einem Art Director und Grafikdesigner, über den Beruf und die Arbeit in einer Werbeagentur gesprochen. Er gibt Einblicke über den Agenturalltag und verrät, wo er seine Kreativität her nimmt.

Wieviel Künstler muss man sein, um ein gutes Design für Print oder Web zu gestalten?

Ich hab damals bewusst Freikunst studiert und nicht einen Diplomgrafikstudiengang gewählt, um an andere Kreativtechniken zu kommen. In der Kunst ist es üblicher, einfach mal den Standpunkt zu wechseln; Sachen aus einem anderen Sichtfeld zu sehen und sich selbst immer stark zu reflektieren, um zu einem guten Ergebnis zu kommen. Für das Grafikdesign ist es sehr wichtig zu reflektieren, was man da eigentlich macht und die Dinge von einem anderen Betrachtungswinkel zu sehen.

Wo nimmt man täglich die kreativen Ideen her?

Man darf sich nicht verkrampfen darauf und sagen, ich muss jetzt eine gute Idee finden. Wichtig ist eine gute Analysearbeit zusammen mit dem Kunden. Gute kreative Briefings mit den Anforderungen an das Ergebnis. Wenn diese klar definiert sind, kann man anfangen verschieden zu betrachten und dann kommen die Ideen von ganz allein.

Was zeichnet zum Beispiel ein gutes Logo aus?

Ich habe mich etwas verabschiedet von der Bezeichnung „gutes Logo“, da ich denke, dass das gesamte Corporate Design das Logo ist. Also zeichnet für mich ich ein „gutes Corporate Design“ aus, dass die Unternehmenswerte optimal vermittelt werden.

Ist der Alltag beim genauen Betrachten ein Ideenlieferant?

Ja, eine gute Beobachtungsgabe kann ein nützlicher Ideenlieferant sein.

Was müsste man außer Kreativität mitbringen, um in einer Werbeagentur zu arbeiten?

Ich denke viele junge Gestalter stellen sich den Beruf sehr kreativ vor und werden schnell ernüchtert, weil man feststellt, dass man doch stark kundengebunden ist. Viele Ideen entstehen, die man auch umsetzen und gedruckt sehen will, aber im Keim erstickt werden oder innerhalb der Teamarbeit einer ganz anderen Idee Platz machen müssen. Im Endeffekt sagt der Kunde, was er haben möchte und was nicht. Die Überzeugungsfähigkeit zum Kunden ist dabei sehr entscheidend. Man muss sich darauf einstellen, ein Teamplayer zu sein und akzeptieren, dass es nicht nur ein kreativer Beruf ist, sondern eine Dienstleistung. Es ist viel Arbeit, da es in der Werbebranche üblich ist, Überstunden zu machen und sie zählt nicht gerade zu den best bezahlten Jobs.

Welchen Wunsch würden Sie sich gern erfüllen mit dem Design?

Es gibt sicherlich viele Designpreise, die erstrebenswert sind. Dies darf aber nicht zum Ziel werden, sonst ist man nicht nah genug am Kunden dran. Die ständig neue Herausforderung ist es, soviel wie möglich des eigenen Konzeptes dem Kunden verkaufen zu können.

Was würden Sie den jungen Medienschaffenden mit auf dem Weg geben?

Immer wieder reflektieren. Überprüfen, ob das was sie machen richtig ist. Überflüssige Sachen ohne Aussage weglassen. Wichtige Dinge bündeln und immer darüber nachdenken, ob es das Richtige ist. Design darf nicht zur Willkür werden. Design ist eine Entwicklung, die Hand und Fuß haben muss.

Ist Design in Ihren Augen Handwerk?

Man muss natürlich die Computerprogramme beherrschen, um seine Ideen visualisieren zu können. Oder man hat die Leute, die seine Ideen umsetzen und ausprobieren können.

Das Interview führte Conny Espenhahn

Kategorie : Sonstiges, Web 2.Q

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