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denQuer: Upgrade von Web 1.0 auf Web 1.5

3. November, 2006 von Tino Krener

Podcasting, YouTube Videos, Social Bookmarking (Mister Wong, del icio us), RSS Feeds, Trackbacks und Permalinks. Begriffe des Web 2.0, welches seit dem Kauf von YouTube durch Google in aller Munde ist. Die große Medienkonzentration Einkaufstour 2.0 von Google setzt sich mit dem Kauf von JotSpot und dem angeblichen Interesse am amerikanischen StudiVZ Original Facebook fort. Im Internet bahnt sich derzeit ein „imperialistischer“ Kampf zwischen den Bigplayern Microsoft (Live com, Live Labs), Yahoo! (Flickr, Clever, MyWeb, WebJay), Amazon (aStore, connect) und Google (Google Imperium) an. Wer die Informationen beherrscht, beherrscht die Welt (Epic2015 Zukunftsvision).

Wie zur Dotcom Zeit, werden horrende Summen gezahlt. Facebook wurde 2004 als elektronisches Jahrbuch von Mark Zuckerberg, einem Harvard Student, gegründet und kann nur zwei Jahre später ein Angebot von 1 Mrd. US $ ablehnen. Getreu dem Spruch von Michail Gorbatschow „Wer zuspät kommt, den bestraft das Leben“, werden die kleinen Start-Up Unternehmen von den großen Internetrießen „gefressen“.

Warum dieser plötzliche Hype?

Web 2.0 ist der Inbegriff von Social Networking. Webseiten stellen Strukturen, Webspace und Features zur Verfügung, mit der User eigenen Content erstellen, verwalten und vernetzen können. Fabian Schmidt, der Moderator des denQuer Podcastes, prägt während eines Gespräches mit mir den Begriff „Sozialporno“ und bezeichnet damit das Online-publizieren von Details aus dem privaten Leben eines Menschen (Userprofile, Blogs).


Mit diesem „Sein-Leben-Online-Stellen“ kommt ein nicht vernachlässigbares Karriererisiko daher. Personalmanager ergooglen sich vor einem Bewerbungsgespräch die sozialen Strukturen und den Background der Bewerber.

Web 2.0 ist die Chance ein soziales Netzwerk lokal, national oder weltweit aufzubauen. Doch man muss wissen damit umzugehen.

Weblogs können ihren Betreibern schaden – in einem wahrscheinlich noch unvorstellbaren Maße. Welcher Chef möchte für seine Firma eine betont eitel, überhebliche Partygängerin einstellen, die von sich behauptet ihre fehlende Kompetenz gekonnt überspielen zu können? Vor lauter Spaß am Bloggen wird vergessen, dass nicht nur die engsten Freunde vorbeischauen, sondern auch Google und die Namen im größten Suchindex der Welt geführt werden. Kommt irgendwann die Einsicht und der Blog wird gelöscht, ist es leider schon zu spät, „Google Cache“ behält die Seiten gespiegelt auf den eigenen Servern.

Warum hole ich soweit aus?

denQuer ist kein Sozialporno, sondern ein social network im Web 1.5 Sinne. Wir stellen eine Plattform für die medialen Projekte unserer Kontakte – ein Mediennetzwerk. Befreundete Medienschaffende können sich anmelden und ihre Projekte präsentieren nach dem Motto: „Wir sind der Mediennachwuchs Deutschlands – und das machen wir.“

Mit dem Podcast begleiten wir die Projekte und berichten über die Köpfe dahinter in auditiver Form.

Zur richtigen Web 2.0 Seite ist es noch ein langer Entwicklungsweg, den wir nur sehr behutsam gehen werden, immer mit einem Blick auf den Seitenstreifen „Sozialporno“. Uns ist die Gefahr bewusst und wir versprechen streng den Prinzipien des Networkings zu folgen. Wir freuen uns auf diesen Weg und möchten uns bei den täglich ca. 120 Besuchern auf der Seite für das Interesse bedanken.

Mit dem Implementieren der ersten Web 2.0 Techniken sind wir an eurem Feedback interessiert. Hinterlasst uns eure Kommentare und Wünsche.

Kategorie : Sonstiges, Web 2.Q

Kommentare

1

noch ein kleiner Tipp: Wer sich durchs Bloggen sozial ins abseits buxiert hat, wird aber heutzutage im Internet wieder aufgefangen: PennerVZ

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mann o mann, was’n rundumschlag!

„durchs bloggen sozial ins abseits buxiert“: blogs können das genauso wenig bewirken wie das gegenteil. würde der betreiber eines privaten blogs sich irgendeine wirkung jenseits von spaß und belustigung des freundes/feindeskreises verspricht, ist das ein klarer fall von selbstüberschätzung.

„arbeitgeber googlen deinen persönlichen background“. noch nie was von nicknames gehört? die gabs schon, als die ersten internetchats aufkamen. aber zukünftig werde ich nur „denise“ und als wohnort ne blogspot-adresse auf bewerbungen angeben. das macht’s dann einfacher meinen background zu erforschen.

solche aggresiv-realitätsfernen meinungen erinnern mich immer wieder daran, wie die menschen früher, als sie die ersten eisenbahnen sahen, schreiend vor den monstern wegliefen. die deutsche bahn hat solche anekdoten vermutlich in ihrem berliner hochhaus im clubkeller in vitrinen stehen. und zu firmenfeiern werden die dann rausgeholt und zur belustigung von mehdorn und co. vorgelesen. prost!

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ach niesie, leider ist es tatsächlich so, und naja zum glück setzt ihr ja genügend fotos online, so das ihr net annonym seit. und wenn man in den medien tätig ist wird der arbeitgeber wohl mal einfach schauen was er so finden kann im net (referenzen und so)

4

Ihr habt alle ein anderes Google als ich. Wenn ich „denise peikert“ eingebe, kommt an vierter Stelle der Link zu den elitären Medienstudenten…dort lese ich einen privaten ICQ chat von dir und rechts sehe ich einen Link „peikerten“ und schon bin ich auf deinen Blog, der überschrieben ist mit: „Selbstverliebter Idealist“

Was geht jetzt in dem Personalmanager vor, der deine Bewerbung auf dem Tisch hat?

Bzw. gibt es eine Impressumpflicht im Internet… Wie stellt ihr euch denn das vor, mit Nicknames unerkannt zu bleiben? Das verstehe ich nicht.

5

wenn in china ein sack reis ins meer fällt, gibts in japan ne flutwelle. nennt mich naiv, aber ich glaube nicht, dass der personalmanager sich diese arbeit macht.

und selbst wenn: wenn der typ aus den medien kommt, ist ihm ein „selbstverliebter idealist“ viellecht noch lieber als ein stereotypischer, langweiligenr spinner. sonst will ich da eh nicht arbeiten. so!

6

also die sache, dass personalleute zunehmend dazu neigen sollen, für ihre entscheidungen auch google zu rate zu ziehen, kann ich bestätigen. allerdings sehe ich das eher positiv.
mag sein, dass es beim personalleiter nicht gut ankommt, wenn man sich als sekretärin in einem heim für alkis bewirbt und google bei der bildersuche nur bilder von einem selbst mit bier in der hand ausspuckt…
in anderen jobs (speziell in der medienbranche) ist es hingegen oft sogar förderlich, im netz auch mal unpopuläre meinungn vertreten zu haben. „ja-sager“ und im speziellen „schwätzer“, gibts in den medien ja zu haufe – wollen tut die meiner erfahrung nach aber keiner. erstaunlicherweise sind es oft genau die unbequemen und polarisierenden menschen, die am gefragtesten sind…

7

Die „Wirtschaftswoche“ hat in der aktuellen Ausgabe das Thema „Karrierekiller:Google“ auf dem Titel: Link

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