Warum Plurk das nächste große Ding ist
2. Juni, 2008 von Stefan OßwaldPlurk wird natürlich nicht das nächste große Ding, aber ich wollte auch einmal solch plakative Headline verwenden wie Marcel bei seinem friendfeed Beitrag. Diesem stimme ich persönlich überhaupt nicht zu und unterschreibe daher den Beitrag von Nico, aber das nur am Rande.
Zurück zu Plurk:
Plurk ist ein bisschen wie Twitter, nur in bunt, mit ein paar kleinen netten Extrafeatures und leider noch ohne Client. Wie bei Twitter kann sich der Nutzer ein Profil anlegen und hat 140 Zeichen zur Verfügung, um der Welt mitzuteilen was er gerade macht. Zur Unterstützung des Ganzen stehen ihm auf der Seite neben seinem Benutzernamen mehrere Verben zur Auswahl:

- www.plurk.com
Natürlich kann man auch “freestyle” schreiben was man will. Durch die Vorgegebenen Verben kommt man jedoch wieder ein wenig back to the roots von Twitter – “What are you doing?”.
Durch Plurk kommt man also wieder auf den Boden der Tatsachen und auch sonst bietet der Dienst Vorteile gegenüber Twitter:
Ich kann direkt auf Plirks (bei Twitter = Tweets) antworten – diese werden chronologisch unter diesem geordnet, so das man auch “richtige” Diskussionen führen kann bei denen jeder mitbekommt, auf welche Nachricht sich die Antworten beziehen.
Die bei Twitter oft vermisste Gruppenfunktion gibt es bei Plurk in Form von Cliquen. Hier kann man Gruppen zusammenstellen die ausschließlich bestimmte Plirks empfangen dürfen.
Bei einem bunten Auftreten wie dem von Plurk dürfen natürlich Smileys nicht fehlen. Allerdings hat man zu Beginn nur eine Geringe Auswahl zur Verfügung. Erst mit steigendem Karma werden weitere freigeschalten.
Das sogenannte Karma ist eine Art Creditsystem bei Plurk. Je mehr man Plurkt, Leute einlädt und Plirks kommentiert desto mehr Karma bekommt man. Dafür kann man “exklusivere” Smileys verwenden und seine Timeline optisch etwas aufpolieren.
Natürlich gibt es auch einige Nachteile bei Plurk. So aktualisiert sich die Timeline nicht selbst, Hashtags werden nicht erkannt, es gibt noch keine offene API, so das mit einem Client ersteinmal noch nicht zu rechnen ist und man das Web-Interface nutzen muss.
Insgesamt gefällt mir Plurk aber trotzdem – ein Mashup mit Twitter und ein Client ala Twhirl wären klasse. Irgendwie ist Plurk noch ein wenig zu verspielt, aber wenn die nächste Downtime von Twitter ist, wird auch der letzte Plurk für sich entdecken.


Kommentare
2. Juni 2008 um 17:56
Guck, er nennt die Beiträge auch ‘Plirks’
2. Juni 2008 um 18:03
das diskussions feature fand ich nicht bei meiner plurk inspektion, hatte ich nichts von gewußt ehrlich gesagt, das fehlt dem vögelchen stimmt schon.
was ich aber wirklich grausam finde ist das horizontal zu scrollende interface von plurk, es hat schon seinen grund warum sich das buch und nicht die schriftrolle durchgesetze, sowie den umstand jeden plirk einzeln anklicken zu müßen, das nervt gewaltig.
auch ist die horizontal relativ maßstäblich versetzte timeline das grauen und der moralische terror schlechthin wenn man erstmal genug leuten folgt.
der gedanke zeitlichen abstand auf diese weise zu visualisieren ist nett, aber völlig unpraktikabel.
ich hoffe das twitter auf die beine kommt und die fehlenden features ändert.
die gruppenfunktion findet mich zwiegespalten.
einerseits hat es für die alt eingesessenen sicher seinen reitz andererseits werden neuankömmlinge wenn sich die kommunikation immer weiter in exklusive zirkel zurückzieht vielleicht nicht mehr so schnell heimisch fühlen. stellt euch vor in bloggersdorf wäre das so von anfang an gewesen …
ich twittere auch im protected mode ich weiß, was aber nichts mit club-feeling zu tun hat, sondern mit google. ich mag nicht meine tweets für alle zeit von google speichern laßen.
2. Juni 2008 um 18:34
[...] Warum Plurk das nächste große Ding ist [...]
2. Juni 2008 um 19:03
Je nachdem, womit man groß wird, empfindet man das Dazugekommene als neu und fremd. Ich lernte Plurk erst gestern kennen und bin vom Konzept schwer angetan. Der alte Streit zwischen den Puristen und den Verspielten. Als nach Antville damals die Bloghoster aus dem Boden schossen, war das Gemeckere und Vergleiche ebenso. Das wird so immer wieder sein. Als Bob Dylan damals ne E-Gitarre in die Hand nahmen, sahen die Puristen den Untergan des musikalischen Abendlandes gekommen. Das Neue ist immer anders. Ich komme bestens mit der Zeitachse bei Plurk zurecht. Der Überblick ist daduch gewährleistet, daß man alle neue Plirks nacheinander angezeigt bekommt und “abarbeiten” kann. Die Kommentarmöglichkeit ist sehr fruchtbar.
3. Juni 2008 um 11:00
prächtiger screenshot!
3. Juni 2008 um 11:20
@o11i: Wurde ja abgestimmt
@westernworld: Die Gruppenfunktion finde ich klasse. Gerade bei Konferenzen, wo viel getwittert wird, will man nicht zwingend alle Follower damit belasten.
Zudem brauch man für unterschiedliche Anlässe nicht einen neuen Account anlegen – z.B. wenn man eine bestimmta Anzahl von Leuten koordinieren will, wenn man zwischen Freunden und Kollegen trennt etc.
@Markus: Eine schöne Umschreibung.
@Ugugu: Weil du mit zu sehen bist, oder hatte dein Kommentar einen ironischen Unterton?
4. Juni 2008 um 09:35
Also tut mir leid, also bissl reingeguckt und der erste Eindruck (der mich zu selten trügt):
Unübersichtlich und das nervige, bunte Web2.0-Generve, von dem ich ausgegangen bin, dass das endlich durch ist…
Muss auch @westernworld zustimmen, dass dieses horizontale Scrollen echt nervt…sorry.
Und was ich gerade an Twitter so liebe: Mann muss eben nix abarbeiten. Man verpasst einfach nix. Weder an einem Tag, noch nach einer Woche.
Die Gruppenfunktion mag sicher praktischer sein, kann ich nicht genauer beurteilen, weil nicht getestet.
Fakt ist eins: Solange ich mit meinen Twitterkontakten nicht zu Plurk umziehen kann, werd ichs nicht nutzen. Brauch ich echt nicht
7. Juni 2008 um 18:08
[...] einmal: Das nächste große Ding Stefan Oßwald erklärt [...]
7. Juni 2008 um 20:49
[...] Linktipps 14:48 Stefan Oßwald erklärt Plurk 22:14 Cindy, manueller Spam und was man dagegen tun kann. 32:19 Peter Kempkes und Christoph [...]
29. Juli 2008 um 22:26
Microblogging mit Ponce und Plurk…
“Die Macht kann grossen Einfluss haben auf die geistig Schwachen.” (Star Wars)
Ja, auch ich bin nun der Macht, oder genauer dem Microblogging erlegen. Den Platzhirsch Twitter habe ich für meine ersten Gehversuche bewusst nicht genommen. Du…