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Wahlkampf in den USA #3 – Facebook

9. Januar, 2008 von Stefan Oßwald

„I believe that the internet will play a huge role in the 2008 campaign and sites such as this are wonderful tools for people to come together and show their support for the candidate of their choice. Sites such as this also help to get a candidate’s name and message out to voters all across the country, especially the younger generation of Americans.“ – Mike Huckabee

Heute wollte ich mal mit einem Zitat einsteigen, welches meiner Meinung nach den Wahlkampf auf den Online-Plattformen sehr gut beschreibt. Gefunden habe ich es im Facebook-Profil von Mike Huckabee, Präsidentschaftskandidat der Republikaner.
An Facebook kann man sehr schön sehen, wie ein Social Network zur Wahlplattform wird. Es fängt schon mit einer geänderten Profilstruktur an. Gibt der Normalbürger auf seinem Profil Auskünfte über seine Geschlecht, Interessen, die Heimatstadt oder politische Ansichten, so findet man bei den Präsidentschaftskandidaten Angaben über den Bewerbungsposten, Parteizugehörigkeit und aktuellem Amtssitz.

Normalprofil vs. Kandidatenprofil; Quelle: Facebook
Normalprofil vs. Kandidatenprofil; Quelle: Facebook

Allerdings wird dann bei den privaten Informationen wieder nicht gegeizt und man findet die üblichen Angaben über die Lieblingsmusik, Lieblingsfilme etc..
Eine weitere Veränderung jedoch ist bei der Vernetzung mit den Kandidaten sichtbar. Anstatt wie in den anderen Social Networks ein „Freund“ des Kandidaten zu werden, kann man bei Facebook ein „Supporter“ werden. Nur ein anderes Wort, werden die einen denken, meiner Meinung nach aber ein wichtiger Schritt in Richtung „Kategorisierung der Kontakte“.
Barack Obama hat zwar in New Hampshire nicht gewonnen, punktet aber wieder mal mit der am besten ausgebauten Profilseite. So macht er wieder persönliche Angaben zur Person, stellt Fotos ein, veröffentlicht regelmäßig Infos zu seinem Wahlkampf, bindet Videos von Youtube ein, hat eine Diskussionsplattform und sogar eigene Facebook-applications:

Quelle: Facebook
Quelle: Facebook

Ähnlich macht es Hillary Clinton auch, sie bindet sogar ihre flickr-Bilder mit in ihr Profil ein, hat allerdings mit ihren knapp 70.000 Supportern auch nur ein Drittel von Obamas Gefolgschaft.
Schlusslichter bilden, wie auch bei den Anderen Netzwerken, die Mitglieder der Republikaner. Vielleicht sind sie noch zu konservativ was den Umgang mit den neuen Medien betrifft, jedenfalls sind ihre Profile meist auf ein Minimum begrenzt.
Rein von der optischen Sympathie gewinnt bei mir allerdings der Zitatgeber vom Anfang des Beitrags, Mike Huckabee. Sein Profilbild ähnelt nämlich dem, eines ganz normalen Users, eines Menschen. Auch wenn da ein PR-Apparat dahinter steckt, spricht sein Profil wenigstens den Betrachter an.
„[…] and I hope to see you soon on the campaign trail in the weeks and months ahead!“

Fazit:
Facebook beweist mal wieder warum es eins der dominierenden sozialen Netzwerke ist. Die angepassten Profile, die Einordnung der Kontakte als Supporter und die Applikationen schaffen es, den potentiellen Wähler an sich zu binden. Zudem kommt hinzu, dass man durch die eingebunden Elemente aus z.B. anderen Netzwerken wie Youtube, flickr oder des eigenen Blogs, als Besucher des Profils einen guten Überblick über den Kandidaten bekommt. Bis es in Deutschland soweit ist, wird es aber noch einige Zeit brauchen.

Morgen geht es dann weiter mit: Wahlkampf in den USA #4 – Youtube

Kommentare

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hey its a nice work u done..just droped by from blogcatalogs..*=)cya

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[…] kann ich jetzt nicht soviel Senf dazu geben. Aber ich möchte auf einen netten Blog-Eintrag auf denQuer hinweisen. Sehr detailreich wird hier geschildert, welcher Kandidat und wessen Profil interessant […]

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