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Wahlkampf in den USA #1 – MySpace

7. Januar, 2008 von Stefan Oßwald

Die MySpace-Profile der Präsidentschaftskandidaten sind für mich ein wunderbares Beispiel, warum ich diese Plattform überhaupt nicht mag. Hillary Clinton hat zum Beispiel sich selbst in mehrfacher Ausführung als Freund, sowie 158.000 weitere, so genannte Freunde.

Quelle: MySpace
Quelle: MySpace.com

Sie hat ein eigenes Blog, das sie allerdings nicht selber pflegt und man findet „private“ Informationen – auf eine einsame Insel nimmt sie ein Buch mit, sie mag Kreuzworträtsel und sie schläft gern bis 7:00 Uhr in der Früh. Trotzdem wirkt die Seite recht unpersönlich im Gegensatz zum MySpace Account von Rudolph Giuliani.

Hier stellt sich der „Ghostwriter“ nämlich persönlich vor. Dan Meyers, so heißt der gute Mann, pflegt mit seinen Kollegen das Profil von „Rudy“, wie sich Giuliani liebevoll nennen lässt. Der Kandidat hat sich dank MySpace sogar schon mit dem Weißen Haus angefreundet und hofft bei den Wahlen anscheinend auch auf die Unterstützung des Weihnachtsmannes:

Quelle: MySpace
Quelle: MySpace.com

Um seine „Freunde“ und deren Kommentare sehen zu können, muss man sich allerdings einen halben Kilometer durch die Seite scrollen, da man ja auch noch an seinen ganzen Youtube-Videos vorbei muss. Schaut man sich dann allerdings die Anzahl seiner Freunde an, zweifelt man an seinem Sieg bei den Präsidentschaftswahlen – nur knapp über 10000 hat er.
Da sieht es bei Barack Obama schon besser aus: Ganze 215000 Freunde!

Quelle: MySpace
Quelle: MySpace.com

Von denen sind bestimmt auch alle politisch interessiert, setzen sich mit dem Wahlprogramm auseinander und haben mindestens schon eine Wahlveranstaltung besucht. Wahrscheinlich grasen ständig irgendwelche Bots die MySpace-Profile ab, um neue „Freunde“ zu finden und die Gästebücher der Nutzer vollzuspammen.

Zum Schluss habe ich mir das Profil von Mitt Romney angeschaut. Abgesehen davon das die Seite mal wieder voll blinkender Banner und unzähliger Videos ist, gefällt sie mir am Besten. Schaut man sich die Blogeinträge an, sieht man das die Familie von Mitt die Einträge verfasst – wenigstens ein bisschen persönlich.

Fazit:
Ich war noch nie ein Freund von MySpace und werde wahrscheinlich auch nie einer dieser Plattform werden. MüllSpace zeigt sich bei den Profilen der Kandidaten von seiner besten Seite – keine klaren Strukturen, unübersichtlich, unendlich lange Seiten, unglaubwürdige Anzahl von „Freunden“, vollgespammte Gästebücher, massenweise Fakeaccounts und ein recht hässliches Gesamtdesign.
Speziell auf den Wahlkampf hat sich MySpace nicht eingestellt, aber es dient imho auch nur der Vermüllung des Internets. Bei keiner administrativen Kontrolle hat dann sogar Hankey der Weihnachtskot ein eigenes Profil.

Quelle: MySpace
Quelle: MySpace.com

Morgen geht es dann weiter mit: Wahlkampf in den USA #2 – flickr

Kategorie : Quernetzt, Web 2.Q

Kommentare

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