Feb
08

Das Informationszeitalter

8. Februar, 2008 von Tino Krener

Gastbeitrag
Teil 1: Voltaire des Informationszeitalters

manuel castells

Manuel Castells wird laut der Zeitschrift The Economist als „der erste große Philosoph des Cyberspace“ bezeichnet. 2002 beschreibt ihn das Internetmagazin TELEPOLIS als „Voltaire des Informationszeitalters“.

Der amerikanische Soziologe spanischer Herkunft beschäftigt sich bis zu seinem Besuch im Silicon Valley Anfang der 90er mit Stadtsoziologie (Urban Sociology und Social Movements). Beeindruckt von den Möglichkeiten des Internets schafft er mit seiner Trilogie über das Informationszeitalter den umfassendsten Versuch einer sozialen Theorie über unsere heutige Gesellschaft. Er beschreibt die sozialen Transformationen in einer globalisierten Welt, ausgelöst durch die neuen vernetzten Kommunikationstechnologien. Mit dieser soziologischen Gegenwartsanalyse beschreibt Castells die heutige Weltgesellschaft mit dem Internet als zentrales Kommunikationsmedium. Seine Theorien bezeichnen eine neue Gesellschaftsform, die sich mit den Begriffen Informationsgesellschaft, Wissensgesellschaft und Netzwerkgesellschaft beschreiben lässt.

Mit den neuen Kommunikationstechnologien ist, nach Manuel Castells, eine Revolution eingeleitet, eine neue Epoche der Menschheit, dessen physische, aber vor allem geistige Möglichkeiten ins Grenzenlose erweitert werden können. Information wird zum entscheidenden Rohstoff, aus dem alle gesellschaftlichen Prozesse und soziale Organisationen gebildet sind. Als neue Herausforderung steht die Erzeugung und Steuerung von Wissen, Informationen und Technologie zur Organisation der gesamten Gesellschaftsstruktur.

„Wenn die Informationstechnologie für unsere Zeit das ist, was die Elektrizität im Industriezeitalter war, so lässt sich das Internet sowohl mit dem Stromnetz oder dem Elektromotor vergleichen, denn es besitzt die Fähigkeit, die Kraft der Information über den gesamten Bereich menschlicher Tätigkeit zu verbreiten. Und genauso, wie die neuen Technologien der Energiegewinnung und -verteilung die Fabrik und den Großkonzern als die organisatorischen Grundlagen der Industriegesellschaft möglich machten, bildet das Internet die technologische Basis für die Organisationsform des Informationszeitalters: das Netzwerk.“ [1]

Die Transformation vom Industrialismus zum Informationalismus wird dabei als informationstechnologische Revolution beschrieben. Sie setzt eine Rückkopplungsspirale der Anwendung von Wissen auf Wissen in Gang, als Hauptquelle der Produktivität.

Buchtipp: Die Internet-Galaxie. Internet, Wirtschaft und Gesellschaft

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Weitere Teile in den kommenden Tagen:

Voltaire des Informationszeitalters | Das Netzwerk als neue Organisationsform | Gesellschaftliche Veränderungen | Identität & Digital Devide | Biografie Manuel Castells


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1 246 f. in Castells, Manuel: The Internet Galaxy. Reflections on Internet, Business, and Society. Oxford University Press, 2001

Kategorie : Quernetzt, Sonstiges

Kommentare

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