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Brauchen wir eine Twitter-Netiquette?

14. April, 2008 von Stefan Oßwald

Schon des öfteren äusserte manch einer seinen Unmut wenn per Twitterfeed mal wieder massenweise del.icio.us – Links gepostet wurden oder zwischen 2 Teilnehmern über Twitter regelrecht gechattet wurde. Auch das permanente Bewerben des eigenen Blogs sorgte bei mir schon für ein „unfollow“.
Mspro macht sich sogar Gedanken zur „Twitterethik“ – die Frage ist, brauchen wir so etwas? Eine Twitternetiquette oder ein „Tweet & Don’t Tweet“?
Das man keine grundlegendes Regelwerk schaffen kann ist klar, aber die Rahmenbedingungen könnten ja grob abgesteckt werden.

Ideen und Vorschläge können gern kommentiert, oder direkt via Twitter an mich gesendet werden.

Kommentare

1

da rennst du offene Türen ein! so eine Knigge unterschreibe ich sofort. Ich hab‘ schon einige Nervensägen „rausgekippt“ – es geht ja nicht nur um das WAS sonder auch WIE OFT. Die Schnittstellen zu anderen Services finde ich im Prinizip gut, aber nur wenn sie bewusst aktiviert werden können, d.h. bei Posting von einem Video oder ein Blogbeitrag sollte der Autor bewusst entscheiden, ob automatisch ein tweet generiert werden soll. Gruss

p.s. so nebenbei: wieso erscheint da kein gravatar icon, funkt das bei dir nicht oder hab ich was falsch eingestellt?

2

ich bin der Meinung das das bei Twitter Sehr sehr schwierig ist durchzusetzen. da twitter eine sache mit kurzen entscheidungswegen ist, aber naja…
mir würde auf anhieb einfallen, dass man es vielleicht unterlässt tweets unter 3 Zeichen loszuschicken

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Hallo,

Grundsätzlich finde ich erstmal, dass das Problem noch vergleichsweise gering ist. Wenn Twitter aber so weiter macht, werden wir in einigen Monaten die Diskussion ernsthaft führen. Und dann können wir sie auch schon gleich führen 🙂 Deshalb meine 50 cents dazu:

Wer chatten will, sollte sich in der Tat etwas anderes suchen als Twitter. Dafür ist es nicht geeignet.

Das Bewerben des eigenen Blogs finde ich nicht schlimm, im Gegenteil: Ich vermute mal, dass dies für viele einer der ursprünglichen Gründe war, sich bei Twitter anzumelden. Zum Beispiel habe ich den Blogeintrag hier über deine Twitter-Verlinkung gefunden. Allerdings finde ich, dass man dann zumindest kurz darauf hinweisen kann, etwa: „Habe gerade über X gebloggt: [tinyurl]“. Dann kann sich jeder überlegen, ob er draufklickt oder eben nicht.

Dann stellt sich für mich die Frage des totalen Nach-Außen-Kehrens des eigenen Lebens. Es gibt Leute, die lassen in zehn Tweets hintereinander ab, warum sie sich gerade so und nicht so fühlen. Das geht in der Tat gar nicht. Trotzdem haben „Ich-geh-mal-Kaffee-trinken“ oder „bin-dann-mal-weg“ oder „mir-gehts-grad-nicht-gut“-Nachrichten alle ihre Berechtigung, weil sie dem Medium entsprechen und vielleicht für Arbeitskollegen echten Mehrwert haben.

Was ich jedoch in der Tat interessant finde, wäre in so eine Tweetiquette die technischen Details aufzunehmen. Ich bin selbst erst seit kurzem bei Twitter dabei, und musste mich erstmal schlau machen, was sicherlich in dem ein oder anderen Fall bei meinen Followern für Missverständnisse geführt hat. Beispiel: Wie nutze ich @-Tags richtig (nämlich am Anfang, wenn ich will dass Twitter das korrekt verlinkt)? Was sind Twemes/Hashtags und wieso werden sie inm einem Fall nicht angezeigt (weil ich nicht-öffentlich bin)? Wann sollte man Twemes/Hashtags setzen? Usw.

Lange Rede, kurzer Sinn: ich wäre dabei, eine solche Twitternetiquette zu erstellen, alleine schon weil es mich an graue Usenet-Zeiten erinnert. Mein Gott, war das spannend, damals…

4

also würde mich auch gern beteiligen, da ich twitter wirklich sehr vielfältig nutze!

also microblogging. linkposting, eingenwerbung, kommunikation und gedankenaustausch,
wissensnareicherung, usw.

alerdings versuche ich eine gesunde mischung beizubehalten, also nicht nur zu schreiben „hach alles ist schön“ oder „hach alles ist scheisse“ sondern eben auch zu meinen projekten, freizeit etc.

twitterchat mag ich auch gar nicht!
also via dm mags ja mal gehen, aber spätestens wenn ich die 3te dm in folge an eine person schreibe entsteht das chatgefühl und dafür will ich twitter nicht nutzen.

in diesem sinne!
will see 🙂

5

Es fehlt mir gerade noch, dass sich bei Twitter die Oberlehrer austoben, denen in den Foren keiner mehr zuhört. Ich beobachte jetzt schon, dass an sich sinnvolle Verhaltensregeln mitunter totalitär angewendet werden. Das Schöne an Twitter ist doch, dass ich mir jede einzelne Person, der ich zuhören will, aussuchen kann, und nicht nur einen ganzen Kanal. Also möge bitte jeder die Leute ignorieren bzw. kicken, die ihn nerven, diese aber ständig zu maßregeln ist auch eine Art von Spam.

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