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Wo sich Eisbären & Kanuten Guten Tag sagen

23. Februar, 2007 von Oliver Noffke
Abenteuer Tage
Abenteuer Tage
3. – 4. März 2007 in der
Sachsenlandhalle Glauchau

Peer Schepanski und Gil Bretschneider sind Weltenbummler. Sie sind mit dem Fahrrad in vier Jahren einmal um den Globus gefahren und zu Fuß durch den Urwald von Neuguinea marschiert. 2001 haben sie einen kleinen Dia-Vortrag für Freunde gehalten. Seit dem haben sie an über 400 Abenden vor mehr als 40.000 Menschen über ihre Reisen gesprochen. Ihr Hobby haben sie zum Beruf gemacht und die Firma „Grenzenlos Expeditionen“ gegründet. Zusammen mit der Sachsenlandhalle-Glauchau richten sie jetzt die ersten „Abenteuer Tage“ in Glauchau aus.

„Es gibt ähnliche Festivals auch in Saalfeld, Jena oder Dresden, aber nicht in unserer Region“, sagt Mirella Forizs, Mitarbeiterin bei „Grenzenlos Expeditionen“, und fügt verwundert hinzu: „Irgendwie komisch, bei uns in der Gegend gibt es so viele bekannte Abenteurer.“

Die „Abenteuer Tage“ sind aber trotzdem kein Provinz- Vortragswochenende, wo Leute Fotos zeigen, die sie auf einem Rucksackurlaub mit der Digicam aus dem Handgelenk heraus geschossen haben. Es geht um Menschen, die Grenzen ausgetestet haben und dabei, nicht zuletzt, oft ihr Leben riskiert haben. Hans Kammerlander zum Beispiel hat in seinem Leben 13 Achttausender bestiegen. Sieben davon zusammen mit Reinhold Messner. Oder der Dokumentarfilmer Hans Memminger, der zehn Wochen lang mit dem Kajak durch die berüchtigte Nordwest Passage an Eisbären vorbei gepaddelt ist.

Insgesamt sind zehn Referenten, mit acht verschiedenen Vorträgen und Filmen beim Festival dabei. Alles über zwei Tage verteilt, am 3. und 4. März.

 Neuguinea 2005 - Ausgesetzt
 Neuguinea 2005 - Ausgesetzt
Bilder aus der Fotoserie
Neuguinea – „Ausgesetzt“

„In den letzten Jahren gab es einen regelrechten Boom. Der Markt ist heute sehr voll.“, sagt Mirella Forizs. Die Erwartungen der Zuschauer sind hoch. Dia-Vorträge und Filme über Reisen in exotische Länder und riskante Expeditionen finden nicht mehr in kleinen, runzligen Kellern statt. „Abenteuer-Stars“ wie Rüdiger Nehberg füllen Konzerthallen und schreiben Bestseller.

Kann man mit den Vorträgen reich werden? Frau Forizs lacht herrlich ironisch, „Na ja, … man kommt um die Runden. Aber es reicht überhaupt nicht um die Reisen zu finanzieren. Dafür muss man seine Lebensansprüche stark herunter schrauben und sich gute Sponsoren suchen.“ Und die Sponsoren wollen, dass möglichst viele Leute die Vorträge sehen. Also gehen Gil Bretschneider und Peer Schepanski jedes Jahr von Oktober bis April auf Tournee. Quer durch den Freistaat Sachsen und die restliche Republik. Wie so viele andere. Dazu kommt die Konkurrenz aus dem Kino. Immer öfter stürmen Filme wie „Die Reise der Pinguine“ , „Die Welt von oben“ oder „Die Geschichte vom weinenden Kamel“ die Kinos.

„Allerdings ist man da immer weit weg und beobachtet. Film-Dia-Vorträge haben einfach viel mehr Leben. Man kann alles durch die Augen der Abenteurer sehen.“ Und danach auch direkt fragen. Gil Bretschneider und Peer Schipanski fahren selbst nicht mehr ohne ihre MiniDV Kamera und mehrere EOS Kamera Modelle in den Dschungel. Für die nächste Tour der beiden, ist sogar eine Kooperation mit dem ZDF geplant. Auf den Rücken von Elefanten wollen sie durch Indien reiten.

Informationen zu dem Programm der „Abenteuer Tage“ und den Eintrittspreisen gibt es unter www.abenteuer-tage.de

Kategorie : Sonstiges, SQnstiges

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