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Wir machen grün: Klimawandel in den Medien

29. April, 2007 von Tino Krener
Wir machen grün
Klima Themenwoche: Wir machen grün

Der Klimawandel hält Einzug in unsere Medienlandschaft. Der frühere amerikanische Vizepräsident Al Gore eröffnete vorige Woche das Tribeca-Filmfestival in New York. Bei dieser Gala stellte er sieben Filme zur globalen Erwärmung vor. Bei dem Moviebakery Web Movie Award können bis zum 10. Mai Webvideos zur Aktion StopGlobalWarming eingereicht werden. Und die „AOL Arena“ in Hamburg wird Austragungsort für ein Satellitenkonzert im Rahmen des gigantischen Musikfestivals „Live Earth“. Seit dem aktuellen UN- Klimabericht ist der Medientenor eindeutig. Wir haben die Erderwärmung zu verantworten. Der Treibhauseffekt soll durch die vom Menschen verursachten Abgase klimaschädigend verstärkt worden sein. Gleichermaßen existieren Gegner dieser Theorie, welche den Treibhauseffekt in Frage stellen.

Stefan Streicher
Stefan Streicher

Der Medienmanager Stefan Streicher hat sich seit der Ausstrahlung des Kinofilms „Eine unbequeme Wahrheit“ intensiv mit den Veröffentlichungen in den Medien zum Thema Klimawandel beschäftigt. In dieser Woche stellt er auf denQuer kontroverse Positionen aus TV, Print und dem Internet vor und möchte zu offenen Diskussionen anregen.

Eigentlich wollte ich eine Rezension zum neu erschienen Buch zum Film von Al Gore schreiben. Ich fing an mich mit den Fakten zu beschäftigen, Zusammenfassungen heraus zuarbeiten und diese zu recherchieren. Dabei bin ich auf einige stark gegensätzliche Meinungen gestoßen. Ich möchte in dieser Woche den Blick der normalen Berichterstattung erweitern und vorallem junge Medienmacher umfassend über das Thema informieren. Ich erhebe keinen Anspruch auf Vollständigkeit und möchte vielmehr diese Plattform nutzen mit Medienmachern in eine Diskussion zu treten, ob wir es bei dem Klimawandel mit einem Kometenthema zu tun haben oder wir eine ernsthafte Nachhaltigkeit benötigen.

Als Plattform für den Mediennachwuchs möchten wir uns der Verantwortung dieses Themas stellen. Wir werden mit euch zu den jeweiligen Beiträgen diskutieren, ob Medien nur Meinungen wieder geben und welche Verantwortung sie innerhalb dieser Diskussion übernehmen sollten. Die Inhalte und Fakten der jeweiligen Positionen wird Stefan übersichtlich darstellen. Die Artikel sind ganz dieser Webseite entsprechend mit kleinen Videoclips, Werbespots und Kurzfilmen zum Thema angereichert. Wir machen eine Woche grün und freuen uns auf eine inhaltsreiche Diskussion zum Thema „Klimawandel in den Medien“.

Wir erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit und sind über Hinweise auf Lücken und Ergänzungen dankbar. Bis zum Samstag gibt es mit den gewohnten Elementen der Presseschau und dem Fundstück folgende Artikel:

  • Unterstützung aus Hollywood: Al Gore’s „Eine unbequeme Wahrheit“
  • Die Gegner von Al Gore
  • Presseschau zum UN Klimabericht
  • Der große Klimaschwindel und die Wahrheit über den Treibhauseffekt
  • Persönliches Fazit von Stefan Streicher
  • Fundstück der Woche: Die Menschheit (Animationskurzfilm)

Bevor wir richtig in die Themenwoche starten, empfehlen wir euch mit den theoretischen Grundlagen zu beschäftigen. Der Treibhauseffekt ist das Kernelement der Klimadebatte. Wir haben versucht diese Theorie in einfachen Worten zusammenzufassen:
Sonnenenergie trifft in Form von Lichtwellen auf die Erde und ein Teil der Energie wird auf der Erdoberfläche in Wärme umgewandelt. Der Rest wird von der Erde in Form von infraroter Strahlung reflektiert. Diese infrarote Strahlung geht zurück ins Weltall. Jedoch wird ein Teil davon durch die natürlichen Treibhausgase der Atmosphäre aufgefangen und sorgt dafür, dass die Temperaturen auf der Erde stabil und ideal zum Leben für uns sind. Ohne Treibhausgase und den gerade beschriebenen Effekt würden nur minus 18 Grad Celsius auf der Erde herrschen.

Nun zum Kernproblem. Durch die vom Menschen zusätzlich produzierten Treibhausgase wird die dünne Atmosphäre wesentlich dicker und ein größerer Teil der infraroten Strahlung kann nicht entweichen. Damit steigt die Temperatur der Atmosphäre und der Weltmeere an. Schaut euch zum besseren Verständnis den folgenden Clip aus der Serie Futurama an:

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=SgE_mkR2oac[/youtube]

Wenn ihr noch detaillierter wissen wollt, wie der Treibhauseffekt funktioniert, dann geht einfach auf den folgenden Link zur Enzyklopädie Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Treibhauseffekt

Kategorie : SQnstiges

Kommentare

1

Na da bin ich mal gespannt auf diese Woche, die ja passend zum Thema wieder sehr warm werden soll. Wann hat es eigentlich zum letzten mal geregnet? Ich meine Regen! Kennt das noch jemand??

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Obwohl im blog http://weltenwetter.blogspot.com berichtet wird, dass es trotz des trockenen Aprils im Jahresdurchschnitt seit 100 Jahren mehr Regen in Deutschland gibt. Verrückt.

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mmmh… vielleicht zählen die Springbrunnen mit?

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Hey, ich bin ja mal sehr gespannt, was uns die Woche erwartet! Auf geht’s

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hallo leute,

ich bin für meine recherche zu meiner hausarbeit auf diese seite gestossen. ich mache eine diskursanalytische untersuchung der printmedien (wahrscheinlich wirds nur der spiegel sein) am beispiel des klimawandels; wie er dargestellt wird in wort und bild, wie er mit unsicherheit und angst der rezipienten umgeht etc.

der spiegel titelt mit seinem heft 45/06 „achtung weltuntergang“ und läutet diesen „weltuntergang“ mit seinem heft 19/07 wieder aus – sehr grob gefasst.

meine frage wäre, wie der klimawandel seit ca. mitte 2006 in die medien gepuscht wurde, was der auslöser dafür war.

ich bin da lediglich auf eine nachricht auf ntv gestossen, vom letzten herbst, in der informationen „zum streng geheimen uno-bericht“ des ipcc zitiert worden sind. anscheinend sind da infos bewußt oder unbewußt durchgesickert, die von den medien dann aufgegriffen und verbreitet worden sind.

kann mir jemand von euch medienmenschen tips geben, wie der klimawandel in den letzten jahren auf- und abgeschwappt ist in den medien?

vielen herzlichen dank!
lg sonja

6

Ein nicht zu unterschätzender Fakt ist mit Sicherheit der Film von Al Gore, der dadruch das Thema in die amerikanische Öffentlichkeit gerückt hat.

Auch deutsche Medien, nehmen (meiner Meinung nach) immer wieder amerikanische Themen auf. Parallel dazu gab es in den letzten Jahren eine große Bewegung einiger Städte innerhalb der USA, die freiwillig das Kyoto-Protokoll übernehmen. Die USA sind ja selbst nicht mit drin. Vorwiegend sind das Städte und Gemeinden, die von den Demokraten regiert werden (NY, San Francisco,…). Das ganze ist dort ein Punkt um sich bewusst von den Republikanern abzugrenzen.

Das diese aktuelle Diskussion brodelt und nicht nur köchelt, liegt mit Sicherheit auch an dem UN-Bericht. Ich denke, dass der Film und dieser Bericht zusammen ein so großes Fressen für die Medien waren und sind. Es gibt darüber ja auch so viele Aufreger (Etat-kürzungen bei der Waldaufforstung, Feinstaubbelastung in Städten,…), dass es sich lohnt, die Themen auszuschlachten.

7

Vielen Dank Oliver.

Das sind einige gute Denkanstöße. Da steckt schon einiges an politischer Taktik dahinter. Der Film von Al Gore kam im Oktober in die deutschen Kinos, kurz danach veröffentlichte Nicholas Stern seinen „Stern-Report“ (der von der britischen Regierung in Auftrag gegeben wurde )über die ökonomischen Folgen des Klimawandels und im November folgte die UN-Klimakonferenz in Nairobi. Die IPCC-Berichte, die neuerdings in gestaffelter Form auftreten (Febr, April, Mai) gaben ihr letzteres dazu.

Schön an dem Thema Klima ist für die Medien, dass es ein immer bedienbares Thema ist, denn „nix genaues weiss man nicht“, was die Zukunft betrifft. Es bleibt also spannend. Man kann herrlich spekulieren und mit den gegebenen Unsicherheiten spielen.

Da es auch ein Thema ist, dass alle Lebensbereiche bedient (Wirtschaft, Lebensraum, Politik, Gesundheit….), ist es „treffsicher“ nach dem Motto „Das geht uns alle an“.

Es wird und wurde meiner Meinung nach eine neue Mode geschaffen, die verspricht, genau im Trend zu liegen, sich über Umweltschutz Gedanken zu machen. (Al Gore nutzt das Thema z. B. als Marketingstrategie für seine Politik und das im ganz großen Hollywood-Stil)

Dass der Mensch überwiegend durch seine Eitelkeit zu ködern ist und in ökonomischer Hinsicht.

Na, aber das ist wohl eher ein Thema für das Forum Gesellschaftskritik ;-).

Vielen Dank jedenfalls für die Hilfe.

Liebe Grüße
Sonja

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[…] zum Klima- schwindel und zur ehemaligen denQuer-Aktion „Wir machen grün“ gibt es hier, hier und hier. Eine ähnliche Aktion im Februar diesen Jahres hat leider nicht so viel mediale […]

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