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Über Höhe- und Tiefpunkte der Medien

22. Januar, 2007 von Alexander Schulz

blogmedienTVBlogmedienTV, das virtuelle Medienmagazin berichtet über Höhe- und Tiefpunkte aus Print, Radio, TV und Online. Unter www.blogmedien.de können die Folgen direkt auf der Seite angeschaut oder herunter geladen werden. Am 21.Januar ging es in die zweite Runde. Die Länge von ungefähr sieben Minuten bleibt dabei gleich, wodurch die Beiträge länger und ausführlicher als in der ersten Ausgabe sind.

Das tut dem Magazin gut und besonders der erste Beitrag über das strauchelnde Jugendmagazin BRAVO gefällt. Das liegt nicht nur an den vielen interessanten Informationen, die so kaum zu finden sind, sondern auch an der ansprechenden Bebilderung, die fast schon TV-Niveau erreicht. Allerdings ist es auch genau diese Bebilderung, die besonders dem nächsten Beitrag über eine Frau in Kalifornien, welche sich aufgrund eines Radiogewinnspieles mit Wasser zu Tode getrunken hat, zum Verhängnis geworden ist. Wenn dasselbe Bild zum dritten Mal wiederholt wird und Fotos von leeren Wasserflaschen schon als Füllmaterial herhalten müssen fragt man sich, ob ein derartiges Thema in einem Audiobeitrag nicht besser aufgehoben wäre. Schade, denn inhaltlich ist der Bericht sehr gut gelungen.

Das angeblich neue Finanzierungsmodell des MDR wird mit viel Ironie aufgearbeitet. Der öffentlich-rechtliche Sender bat um stürmische Bildeinsendungen per MMS und veröffentlichte diese bei MDR Aktuell. Ein MMS Versand kostet in Deutschland 39 cent. Dieses Geld bekommt, anders als behauptet, der Mobilfunkanbieter und nicht der MDR.

Leider ist das Magazin noch nicht ganz im Web 2.0 Zeitalter angekommen. So lässt es sich nicht wie ein Podcast abonnieren und Kommentare von Zuschauern werden nur per eMail entgegen genommen.

Trotzdem, blogmedienTV ist ein innovatives Format mit einzigartigen und bissigen Inhalten über Deutschlands Medienlandschaft. Das Videomagazin passt zu der kritischen und mahnenden inhaltlichen Tonalität des Weblogs. BlogmedienTV sollte man nicht aus den Augen verlieren – Bitte mehr davon!

Direkter Link: blogmedienTV – die Zweite

Kategorie : Sonstiges, SQnstiges

Kommentare

1

Sehr nett – gebe dir in vielen Punkten auch recht!
Als du aber den 2. Beitrag über KDND-FM und deren Gewinnspiel schreibst, habe ich mich gefragt, ob nicht so mancher Privatsender schon einen ähnliche Berichtgrundaufbau verwendet.

Oftmals sehe ich im „Vorspann“ schon den größten Teil des Beitrags, der später nur noch mit etwas ausführlicheren Bildfolgen ergänzt wird. Es fällt mir echt schwer, mich an solche Beiträge zu gewöhnen, weil wiederholte Bilder echt nicht schön sind. Kommt mir immer so vor, als hätten die zu wenig Zeit gehabt.

Bei Blogmedien ist natürlich immer der Anspruch, Bild zu nutzen, oftmals zeigt schon die Meldung (Herkunft, Aktualität), dass kein/kaum Bildmaterial verfügbar ist. Schwieriges Feld, sollte vielleicht in der Kritik berücksichtigt werden. Trotzdem gibt es sicher Tipps, wie das verbessert werden kann… Kamerafahrt über Standbilder?!

2

Vielleicht sollte man bei der sicherlich berechtigten Kritik gegen den Radiosender auch mal danach fragen, warum eine Mutter von drei Kindern ihr Leben für eine Spielkonsole riskiert? Sie musste Wissen, dass eine Gefahr besteht – und ist auch nach offensichtlichen gesundheitlichen Problemen nicht zum Arzt gegangen!

Wer ist daran Schuld? Die Werbung für die Konsole? Der gesellschaftliche Druck auf die Kinder durch Werbung und kausal auf die Mutter? Mangelnde soziale Unterstützung? Oder ist es doch die agressive Radiowerbung? Ein weites Feld…

3

Vielleicht wollte die Mutter ihren Kindern auch einfach etwas senden, was sie sonst sich nicht hätte leisten können. Man hört ja so einiges über Nebenjobs und Neben-Nebenjobs von US-Amerikanern.

War eigentlich bekannt, ob sie alleinerziehend war?

4

Wegen der Bilder gäbe es doch eine einfache Lösung: Warum nicht die Sprecherin zeigen und nur Meldungen bebildern, für die Material da ist oder gedreht werden kann?!

5

Dann musst du aber die Sprecherin von Anfang an etablieren und bräuchtest ein kleines Studio wie bei Ehrensenf und weitaus mehr Technik (inkl. Beleuchtung). Sicherlich ein Schritt, der nach vorhandenen Möglichkeiten geprüft werden könnte.

6

In den letzten Monaten werden ja immer mehr Videos veröffentlicht, die fürs Web gemacht sind. Die Machart ist einfach eine andere. So, wie man Podcasts nur eingeschränkt mit Radio vergleichen kann, sollte das mit den Videos machen. Schaut man sich das „Bildmaterial“ bei den Nachrichten von „Spiegel online“ an, fragt man sich wirklich, was mit den Bildern gezeigt werden soll, der einzige Sinn: ein bissl Flackern und Flimmern. Nach Anschlägen oder Attentaten sieht man eben ständig Absperrbänder im Wind flackern, Polizeiautos hin und her fahren und Totalen vom Tatort – ohne Sinn aneinandergereiht. Der Typus dieser Videos ist eben fürs Weg und an die Produktionskapazitäten vor Ort angepasst.

7

[…] Feedback – Das ist schon fast eine ausgewachsene Rezension, die Tino Kreßner und Alexander Schulz, beide Medienstudenten an der Hochschule Mittweida, im Weblog Denquer über die blogmedienTV-Ausgabe vom 21. Januar verfasst haben. Ihr Ex-Prof grüßt sie dennoch weiterhin…. […]

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