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Schlechte Zeiten für Journalisten

3. Februar, 2007 von Stefan Oßwald

Reporter ohne GrenzenDie Zahl der getöteten Journalisten und Medienmitarbeiter weltweit ist auch 2006 weiter gestiegen.

Das geht aus dem aktuellen Jahresbericht der Organisation „Reporter ohne Grenzen“ (RSF) hervor, welcher am 01.02.07 veröffentlicht wurde. Die Statistik verzeichnet 110 getötete sowie 871 verhaftete Journalisten und Medienmitarbeiter. Seit 1994 sind das die höchsten Zahlen, so der Bericht der RSF.

Der Nahe Osten ist global gesehen die gefährlichste Region. Hier sticht der Irak mit 64 getöteten Journalisten heraus. Obwohl Versprechungen in Sachen Pressefreiheit gemacht wurden, blieben diese in den meisten Ländern der Region aus.
Die globale Pressefreiheit ist der am meisten kritisierteste Punkt des Jahresberichtes. So herrscht in Russland und vielen Ex-Sowjetrepubliken weiterhin immer noch die Zensur. In Asien sticht vor allem China hervor, gefolgt von Nordkorea und Myanmar. Auf dem afrikanischen Kontinent sitzen in Eritrea und Äthiopien 37 kritische Medienleute hinter Gittern. Auch Kuba dominiert weiterhin in Südamerika mit 20 inhaftierten Journalisten als pressefeindliches Land.

Im Internet und speziell im Web 2.0 sind Aktivisten der betroffenen Länder auch nicht sicher, denn auch hier breitet sich die Zensur weiter aus. Giganten wie Yahoo!, Google, Microsoft und Cisco Systems kooperieren mit den Regierungen. So filtern sie in ihren Suchmaschinen kritisches Material und Internetseiten heraus. In China wurden sogar Kritiker aufgrund von Daten inhaftiert, die Yahoo! an die Polizei weitergegeben hat.
Während in den vergangenen Jahren noch unabhängige Zeitungen in Form von billigen Kopien schwarz verteilt wurden, nutzen die revolutionären Gruppen zunehmend das Internet als Kommunikationsplattform. Doch auch hier kommt es in den Chaträumen zu Katz-und Maus Spielen zwischen der Polizei und Regimekritikern. Im Oktober 2005 wurden drei Vietnamesen verhaftet, nachdem sie in einem amerikanischen Chatroom über Demokratie diskutierten.

Zum Jahresbericht: „Annual Report 2006“

(Bildquelle: http://www.rsf.org)

Kategorie : Sonstiges, SQnstiges

Kommentare

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