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quergelesen: Die Presseschau (Wo. 17)

25. April, 2007 von Tino Krener

Robert Murdoch kauft denQuer. Auch wenn das ganz großer Quatsch ist, hätten es wahrscheinlich 45 Nachrichten-Webseiten so ungelesen veröffentlicht, hätte Ihnen die dpa dies zugeschickt. Der popkulturjunkie deckt die kollektive Blindheit großer Nachrichtenredaktionen auf und zeigt wie stupide, Meldungen der Nachrichtenagenturen, übernommen werden. Passend dazu zeigen zwei Universitätsstudien, dass Qualitätssicherung in deutschen und schweizerischen Redaktionen eher stiefmütterlich behandelt wird.

Das EU-Parlament tagte gestern über die zweite Richtlinie zur Durchsetzung geistiger Eigentumsrechte (IPRED2). Die Medien haben es leider versäumt ein so wichtiges Ereignis vorher publik zu machen und dem Bürger zu erzählen, dass man auf seinen „Parlamentarier“ durch Zuschriften Einfluss nehmen kann. Warum diese Richtlinie so gefährlich ist, beschreibt ein Beitrag auf Gulli.com. Betreiber UND Nutzer von Videoplattformen wie YouTube oder Sharingdiensten, wie eMule sollen strafrechtlich verfolgbar werden.

Die Einnahmen durch die Rundfunkgebühren sind 2006 auf 7,286 Milliarden Euro um 163 Millionen gegenüber des Vorjahres gestiegen. Und das nicht wegen der Gebührenpflicht für Internet-Computer, denn von diesem neuen Geldsegen wird man erst nächstes Jahr berichten können. Schon beschlossen ist, dass die Sender bei der zuständigen Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs (KEF) eine Erhöhung für die Gebührenperiode ab 2009 beantragen werden. Doch am 2. Mai verhandelt das Bundesverfassungsgericht über die Rundfunkgebühr und klärt unter anderem Fragen, ob die bisherige gerätebezogene Rundfunkgebühr in eine Medienabgabe oder Kopfpauschale umgewandelt werden soll.

Die WELT lädt zum debatieren ein. „Die Seite soll zum zentralen Ort des engagierten, aber fairen Meinungsstreit in Deutschland werden, der von den kompetentesten und originellsten Köpfen der deutschsprachigen und internationalen Publizistik geführt wird.“, so der Kommentarchef Richard Herzinger.

Die dpa kürt die Bilder des Jahres.

Weil die letzte Presseschau so web2.0-lastig war, schenke ich dem „Generation Web2.0“ diesmal auch keine Beachtung.

Und nun die Auflösung unserer gestrigen Frage: Trotz der Ideenwettbewerb in Oxford „nur“ mit 5.000 Pfund ausgeschrieben wurde, war man so begeistert, von der Idee im Internet Zeit zu verkaufen, dass man sich spontan entschied 100 Millionen US-Dollar den Jungs zum Aufbau dieser Webseite zur Verfügung zu stellen: Die 100.000.000-Dollar-Idee. Eine social Blog-Plattform bei der man sogar bezahlen muss, um einen Artikel oder Foto hoch zu laden. Auf der Projektseite design-the-time.com ist ein Zitat von einem Microsoft Mitarbeiter online: „It is the kind of idea that, whilst simple, has the ability to capture the imagination of the whole world.“

Hiermit mein Aufruf an alle Leser: Bitte helft mir diesen Wahnsinn zu verstehen. Nicht mal bei StudiVZ ist für eine fertige, erfolgreich laufende Plattform soviel Geld ausgeben wurden.

Kategorie : SQnstiges

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