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Ex von Gina Wild im denQuer Podcast #6

14. Januar, 2007 von Fabian Schmidt

Mediennachwuchs Podcast logo In der Pornobranche kommen jeden Monat 1000 neue Filme auf den deutschen Markt. Wir haben mit dem Ex-Mann von Michaela Schaffrath (Gina Wild) und Insider der Pornoindustrie Axel Schaffrath über Einstiegschancen für den Mediennachwuchs gesprochen. Er berichtet über den Markt, Vorurteile und seiner jetzigen Arbeit bei der Venus Messe.

Kurzvita Axel Schaffrath:

Axel Schaffrath ist 37 Jahre alt, in Eschweiler geboren und hat dort schon während der Schulzeit Michaela Schaffrath kennen gelernt. Beide haben 1994 geheiratet und sind nach Frankfurt (Main) gezogen. Axel Schaffrath hat eine Restaurantsfachmannsausbildung gemacht und eine Industriekaufmannslehre in Köln absolviert. Anschließend hat er im Vertrieb der Erotikbranche gearbeitet und 1998 ist dann die Idee der „Gina Wild“ geboren.
Nach der Trennung mit ihr 2005 ist Axel Schaffrath nach Berlin gezogen und ist dort seitdem für die Öffentlichkeitsarbeit der Venus Messe zuständig

Moderation: Fabian Schmidt

Shownotes:

Das Interview zum Mitlesen:

Axel Schaffrath - Ex von Gina WildPressearbeit für die Venus Messe klingt sehr spannend und umfangreich. Wie sieht ein normaler Tagesablaufplan bei Ihnen aus?

Ich bin nicht nur für die Pressearbeit der Venus zuständig. Ich bin zwar der offizielle Pressesprecher der Venus, mache aber auch Marketing, indem ich dem Geschäftsführer in der Marketingabteilung zu arbeite und das Controlling übernehme. Ich kümmere mich komplett um alle Grafiken, was ich mir selbst beigebracht habe. Ein Tagesablauf ist sehr unterschiedlich. Mittlerweile haben wir eine zweite Messe in Paris, die im April zum zweiten Mal läuft. Im Augenblick ist es relativ ruhig. Man bereitet Grafiken für Anzeigen vor und arbeitet erste Pressemitteilungen über das grobe Konzept der kommenden Messe aus. Da steht nur drin, um was es geht, wo es ist, wie groß es ist, wie die Hallen aussehen, etc. Ich weiß was auf mich im grafischen Bereich zukommen wird und bereite dies alles schon mal vor. Wenn wir dann zur Messe fahren, habe ich immer einen 14-16 Stunden Tag. Ich arbeite ohne Assistenten, weil es schwer wäre, die eigenen Gedankengänge weiter zugeben. Ich versorge die Presse mit den News der Aussteller. Wir haben in Berlin 360 Aussteller und die haben auch News, die dann in unserem Newsletter mit aufgenommen, bearbeitet und übersetzt werden. Das Alles muss vorbereitet, zusammengefügt und dann an einen Verteiler mit 30.000 Adressen verschickt werden.

Gibt es Vorurteile in der Erotikbranche, mit denen Sie gern aufräumen würden? Was ärgert Sie besonders?

Ich habe aufgehört mich darüber zu ärgern. (lacht) Es ist hoffnungslos. Deutschland ist ein sehr doppelmoralisches Land. Es macht keinen Sinn dagegen anzukämpfen, da man sonst auf der Strecke bleibt. Vorurteile gibt es viele: Drogen, Prostitution, Menschenhandel. Dies sind meist die ersten Gedanken, die man entgegnet bekommt. Entweder lässt man sich auf ein Gespräch ein und zeigt, dass es weit entfernt von dem Benannten ist oder ignoriert es. Ich habe mit meiner Ex-Frau einen sehr schönen Spruch gehabt. Wie sie noch Gina Wild war und Pornos gemacht hat, hat sie Porno gemacht. Seit sie in der Mainstreamindustrie arbeitet, macht sie Hardcore.
(Anm. d. Red.: Mit Mainstream werden hier deutsche TV Produktionen gemeint)

Wo ist der Unterschied zwischen Porno und Hardcore?

Porno ist für mich eine klare Definition, was gemacht wird. Mainstream ist Hardcore und ein wesentlich härtes Geschäft. Es wird mit fieseren Bandagen gearbeitet. Das Geschäft ist gefährlicher und man bleibt wesentlich schneller auf der Strecke. Da interessiert das Menschenleben oder das Schicksal eines Einzelnen niemanden. In der Pornoindustrie pflegt man jemanden.

Wo gibt es für den Mediennachwuchs Einstiegsmöglichkeiten in der Erotikbranche zu arbeiten?

Zum Beispiel ist Pressearbeit in der Porno- oder Erotikindustrie noch nicht üblich und suspekt. Die meisten haben keine Abteilungen oder stellen Budgets dafür zur Verfügung. Im Moment habe ich auf dem Gebiet keinen Mitbewerber. Im Internet sehe ich noch sehr viel Potential in der Berichterstattung. Es fehlt eine Medienplattform zum Austausch von Informationen für Journalisten in der Erotikbranche. Eine Plattform zum Hochladen von Presseinformationen gibt es in vielen anderen Branchen. In der Erotikbranche wird dahingehend viel zu wenig kommuniziert.

Übernehmen in der Pornoindustrie die Produktionen wenige große Firmen oder viele Kleine?

Produktionesfirmen ist gut gesagt. (lacht) Es gibt leider mittlerweile unzählige Firmen, was ich nicht gut finde. Schlechte Qualität und niedrige Preise machen den Markt kaputt. Es gibt ein paar wenige große Produktionsfirmen, die selbt ihre Produkte produzieren. Hier sprechen wir von den großen Vier. Diese sind die Marktführer. Ansonsten gibt es wirklich eine Überproduktion zum Beispiel mit Gonzofilme (Anm. d. Redaktion: Gonzofilme sind Pornos, mit Amateurpaaren in den eigenen vier Wänden gedreht). Die sind wirklich billig und zerstören den Markt.

Empfehlen Sie für die Branche eher Spezialisten oder Leute mit einer breiten Ausbildung?

Ich bin dafür einen Gesamtüberblick zu haben. Jeder Einzelne wird dann sehen, was sein Spezialgebiet ist.

Links: http://www.venus-berlin.com

Kategorie : Sonstiges, SQnstiges

Kommentare

2

Die Idee den Ex von gina wild zu interviewen is ja mal echt unkonventionell! coole sache, da man auch den eindruck hatte, es soll wirklich die branche als mgl. arbeitgeber („im medienbereich, jetz?“ ;)) vorgestellt werden und nicht nur als schlüpfriger aufmacher dienen.
fein gemacht.

3

Herr Schaffrath hat sicherlich grossen Anteil am phänomenalen Erfolg von Gina Wild und hierdurch auch einen sehr guten Einblick in die Pornobranche erhalten. Ich denke sein Know-how kommt auch der Venus-Messe in Berlin zugute. Ich war zum ersten Mal in 2006 da und
ich fand, dass die Erotik-Messe sehr professionell aufgezogen war. Allerding sah man auch viele Erotik-Unternehmen, die sich noch etwas unprofessionell darstellten. Da liegt in der Pornobranche sicherlich noch viel im Argen, nicht nur in der Kommunikation/Pressearbeit.

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