Mrz
19

Die leckersten Filme beim Filmbrunch

19. März, 2007 von Tino Krener
Lockere Gespräche beim Brunchen
Lockere Filmgespräche beim Brunchen

Noch ein Stück vom selbstgebackenen Kuchen oder vom selbstproduzierten Kurzfilm? Hm lecker, gut — der Film. Der Filmbrunch ist ein monatlicher Treff von Filmemachern und Filmliebhabern aus Dresden und Umgebung. Zum 11. März wurde das Buffett eröffnet. Wir befragten Sven Hörnich, den Veranstalter des Filmbrunch, zum ersten monatlichen Kuchen- und Filmaustausch.

Wie lief der erste Filmbrunch?

Sehr zufriedenstellend! Es waren über 50 Gäste im Saal … und blieben.

Wir hatten auch ohne große Werbung schon vor dem ersten Termin eine Vielzahl lokaler, nationaler und sogar einige internationale Produktionen zugesandt bekommen. So hat eine Stop-Motion-Künstlerin aus Frankfurt, welche sonst für große Fernsehproduktionen arbeitet, eigens für den Filmbrunch eine zwei Jahre lang brach liegende Arbeit beenden. Das ist überwältigend und beweist, das die Szene ein Angebot wie das unsrige dankbar annehmen will.

Wer organisiert den Filmbrunch?

Es wurde eigens hierzu der gleichnamige Verein (der Filmbrunch e.V.) gegründet. Er kümmert sich um die inhaltliche Gestaltung der jeweiligen Veranstaltung, den Schriftwechsel, den Veranstaltungsort…

Woher kam die Idee?

Jeder, der irgendwann kreativ tätig war bzw. es versuchte, kennt das Problem der Motivation, welche zu Beginn eines Projektes meist in die Höhe schnellt und dann mit den üblicherweise auftretenden „ersten, zweiten, …“ Problemen stetig abflacht. Irgendwann will man das Ganze nur noch hinter sich bringen, um beim nächsten Mal (natürlich) alles besser anzustellen. Resultat ist, dass die wenigsten dieser Arbeiten jemals gezeigt werden. Nicht selten ist es aber gerade diese Erfahrung des Sich-seines-Werkes-entledigen, was einen am meisten voran bringt. Vielfach wird man auch Jahre später entdecken, dass die Idee von damals doch ganz gut war, man nur zu lange daran gearbeitet hatte.

Wir wollen genau diese Arbeiten zeigen und bewußt auch mit professionellen Produktionen ins Rennen schicken. Es gilt, mit den Anforderungen an die Themenauswahl zu wachsen und den Teilnehmern vor allem die Möglichkeit zu geben, etwas (seinen Status beim Filmbrunch) solide zu verwalten.

Welche Ziele verfolgst du damit?

Wie schon angesprochen gibt es in Dresden eine stetig wachsende Szene junger Filmemacher. Sie sind sehr einfallsreich und fleißig, was das Filmemachen anbetrifft. Auch an der genreübergreifenden Hilfsbereitschaft von Musikern, Maskenbildnern oder Fotografen mangelt es nicht. Beispielsweise seien die treuen Seelen Roman (Schlaack) oder Katja (Füssel) genannt, welche neben ihrer beruflichen Tätigkeit als Kameramann/-frau regelmäßig ihre Freizeit opfern, um auch bei jedem noch so amateurhaft aufgezogenen Dreh behilflich zu sein. Oder die Premium – Foto – Crew Claudia (Gallwitz) und Gloria (Göschel), ohne die so einige wunderbare Pressefotos nicht entstanden wären. Woran es aber mangelt, ist die Fähigkeit, all das solide zu verwalten, sich über einen Dreh und die vielleicht noch im kleinen Kreis stattfindende Premiere hinaus zu treffen und an einer Idee weiter zu arbeiten.

Die Dresdner Szene lebt! Das hat sie mit zahlreichen Produktionen der letzten Jahre bewiesen. Nun liegt es an ihr, ob sie ein Zuhause bekommt!

Was war eigentlich das erste Thema?

Da hatten wir es uns eigentlich recht einfach gemacht. Zunächst wollten wir mit einem lustigen Thema starten. Darauf hätten wir jedoch vermutlich 99% Slapstick eingesandt bekommen, was zu Beginn nicht unserer Zielsetzung entsprach, denn wirklich „komische“ Filme sind so schwierig, dass die Qualität der Veranstaltung darunter gelitten hätte. Dann wollten wir ein politisches Thema – das wäre vermutlich auch einseitig geworden – letztendlich haben wir uns für „Love hurtzzz!“ entschieden. Hierbei handelte es sich um dasjenige, zu welchem wir die meisten Einsendungen bekommen haben und zu dem im weitesten Sinne jeder mal eine Arbeit gefertigt hat.

Welche Rolle spielt der Brunch?

Bezüglich des Essens träum ich von einer Veranstaltung ähnlich dem, was Du ein einem Sonntag Morgen während der BRN in den Straßen unseres wunderschönen Viertels erleben kannst, wenn die kommerziellen Anbieter zum Glück noch geschlossen haben und die Anwohner die Tische mit mitgebrachten Kuchen, Salaten und Broten eindecken, um sie miteinander zu teilen. Das ist etwas, was in der Neustadt immer mehr in Hintertreffen gerät. Wenn bei diesem Ambiente die lokale Kunst- insbesondere Filmszene zusammen findet und über unsere externen Teilnehmer die Brücke aus dem Elbtal hinaus schlagen kann, dann haben wir unser Ziel erreicht.

Wie aquiriert Ihr?

Wer etwas Inhaltliches beitragen will, sollte sich vorher über unsere Website www.filmbrunch.de mit uns in Verbindung setzen. Dort findet er auch die vorläufige Themenauswahl für die Folgeveranstaltungen.

Als Zuschauer ist jeder eingeladen, der entweder Filme macht, hieran mittelbar mitwirkt oder sie auch einfach nur liebt.

Welche Uhrzeit/ wo ist der nächste?

1.4.2007, 13 Uhr, Thalia Kino Görlitzer Str. 6, 01099 Dresden

Thema?

Documentary…wanna Mo(o)re!?

Wir wollen, dass Ihr neue Wege beschreitet. Versucht Euch als investigative Journalisten und…fällt vor allem eine Grundsatzentscheidung!

Die da wäre?

Wollt Ihr … oder wollt Ihr nicht so werden, wie der dicke, schwitzende Mann aus Ämäricah?

Das Interview führte Ralf Denke.

Kategorie : SQnstiges

Kommentare

1

BRn heißt Bunte Republik Neustadt und ist das Fest schlechthin in der Dresdner Neustadt.

2

ärgert mich, dass wir sowas garnicht haben in Chemnitz. Wie kann man sich dieses Flair ansonsten dort vorstellen? ich durfte es ja nun zum ersten Mal beim Filmbrunch erleben … aber sonst?

3

darüber will ich mir eigentlich kein Urteil erlauben, weil ich die Dresdner Neutstadt zu wenig kenne. Ich kenne sie vor allem, von Freitäglichen und Samstäglichen Weggehabenden, wo die Bars, Café, Clubs, Dönerhäuser und Straßen übervoll mit Leuten sind, die noch was erleben wollen. Insgesamt alles etwas alternativ geprägt, zumindest war es das fürher mal. Heute ist die Neustadt leider etwas dem Kommerz verfallen würde ich sagen.

Lass Deine Meinung da: