Dez
07

Interview zur „Ode an das Internet“

7. Dezember, 2007 von Stefan Oßwald

Wie ich bereits in meinem gestrigen Post angekündigt habe, gibt es heute ein kleines Interview mit Stefan Rank, dem Urheber der etwas anderen Ode an das Internet.

Stefan Rank
Stefan Rank

denQuer: Stefan, wie muss man sich deine Arbeit als Creative Director bei der diesjährigen Mediennacht vorstellen?

Stefan: Als „Creative Director“ der diesjährigen Mediennacht waren meinem Team und ich dafür zuständig, vom Erarbeiten des Konzepts, über die inhaltliche Gestaltung bis hin zum Schreiben der Texte, vor allem Ideen zu liefern. Zusätzlich waren wir in den letzten 9 Monate damit beschäftigt und dafür zuständig, dem Zuschauer am 06.11.2007 eine unterhaltsame, kurzweilige und
spannende Show zu bieten. Außerdem durfte ich die Show moderieren und hab versucht, alle Ideen, die auch in die Person des Moderators geflossen sind, so umzusetzen, wie es sich das Creative Team ausgedacht hat.

denQuer: Wie kommt man auf die Idee nun gerade ein Lied über das Internet zu texten?

Stefan: Weil wir auf die momentane Entwicklung im Internet, speziell im Web 2.0, aufmerksam machen wollten. Schließlich wird eine neue Errungenschaft von allen potentiellen Nutznießern immer als das Beste und Schönste verkauft.
Das man aber sehr vorsichtig sein sollte, was die Nutzung von Internetangeboten zum Beispiel im Social-Networking-Bereich angeht, wissen viele nicht und gehen so sehr leichtfertig mit dem um, was für große Konzerne am wichtigsten ist – den persönlichen Daten.

denQuer: Aber warum denn gerade mit einem „Volkslied“?

Stefan: Da wir so beim Umsetzen der Mediennacht gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen konnten. Zum Einen, dass im Fernsehen heutzutage längst nicht mehr alles live ist, was als live verkauft wird – speziell im Bereich Volksmusik. Das sieht man ganz gut, wenn man sich den Ausschnitt der Mediennacht ansieht. Zum Anderen, weil sich auch die „ältere“ Generation der Internetnutzung eigentlich schon heute nicht mehr entziehen kann.
Ein wichtiger Punkt war auch noch, dass wir darauf aufmerksam machen wollten, dass heutzutage viele Menschen beim Nutzen des Internets Werte vernachlässigen. Angefangen bei mangelndem Respekt Anderen gegenüber z.B. beim Schreiben in der Blogosphäre, bis hin zur Aufgabe der eigenen Persönlichkeit aufgrund von Internetanwendungen wie „Second Life“ (siehe Textzeile:“mein bester Freund heißt Internet“).
Ich denke das haben wir mit dem gewissen Schuss Ironie und Sarkasmus auch ganz gut hinbekommen.

denQuer: Das auf jeden Fall, man könnte meinen du arbeitest auf eine Karriere als Texter für die Volksmusikindustrie hin?

Stefan: (lacht) Hm, also als ich die Karaoke CD angehört hab, wo unter anderem auch der Titel von Stefanie Hertel drauf war, hab ich mir im ersten Moment gedacht, ich werd vielleicht Produzent. Da waren Sachen zu hören. Jeder der schon einmal irgendwas mit Musik gemacht hat, könnte das mindestens genauso gut. Stimmt natürlich nicht ganz, denn man muss ja auch immer den Nerv der Leute treffen, aber gut. Abgesehen von der Musik, sind die Texte natürlich nicht zwingend besser. Ich weiß nicht wie meiner ist, aber die Volksmusik-/ Schlagertexte bringen ja auch eine Message rüber. Und wie man an DJ Ötzi sieht, kommt das sogar bei jungen ,zwar meißt trinkwilligen, Leuten ganz gut an. Ich fände es aber eher hart, jedes mal das Selbe aussagen zu wollen mit immer wieder anderen Satzvariationen. By the way: Die Texte von englischsprachigen Bands sind ja meistens auch nicht von Tiefgang geprägt. Ich glaub aber es wäre nix für mich. Ich hab es aber auch noch nicht ausprobiert. Man sollte ja von vornherein sowieso nie irgendetwas ausschließen. Vielleicht gibts ja in ein paar Jahren die erste Singleauskopplung der „Mittweidaer Bierkrug – Buam“ – Text: Ich | Wer weiß.

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