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„Der Zuschauer geht mit auf die Reise“

25. März, 2007 von Conny Espenhahn
Alexander Schulz im Interview
Alexander Schulz im Interview

Im letzten Podcast haben wir mit Alexander Schulz, dem Regisseur des interaktiven Spielfilmprojektes „Filmtrip“, gesprochen.

Alex, ihr habt ein Filmprojekt für den Sommer geplant. Das ist keine reine Spielfilmproduktion und es ist auch kein direktes 2.0 Webprojekt. Du bist der inhaltliche Chef, sag‘ doch mal was die Produktion angeht, ungefähr was ihr vorhabt.

Das Projekt läuft unter den Namen „Filmtrip“, man findet es im Internet unter www.filmtrip.de. Der Grundgedanke ist, ein 90minütiges Roadmovie zu drehen, was von Deutschland bis nach Spanien führt. Dieses Roadmovie vermarkten wir im Internet schon vorher: Wir haben eine Website, auf der es ein Produktionstagebuch (in dem ich jeden Tag das neuste zum Filmprojekt schreibe), eine Schauspielerabstimmung (wo der Internetuser die Hauptdarsteller wählen kann) und vieles anderes gibt. Außerdem werden wir Drehbuchstellen hochladen, über die die User dann diskutieren können und wir werden noch diverse andere Votings starten. Zum Beispiel überlegen wir grade ob wir den Filmtitel voten lassen. Letztendlich ist es eine riesige interaktive Plattform, auf der sich jeder an dem Film beteiligen kann.

Und wie seid ihr auf die diese Vermarktungsidee gekommen?

Unser Projekt ist natürlich ein Low Budget Projekt. Das ganze Team besteht aus Studenten und wir haben kein Geld, um uns eine große PR Kampagne zu leisten. Deshalb haben wir uns überlegt, wie wir am günstigsten Marketing machen können und da ist uns natürlich das Internet eingefallen. Die nächste Überlegung war, was können wir machen, was vorher in Deutschland noch keiner gemacht hat. Und so kam dann die Idee mit dem interaktiven Film zustande.

Um was geht es inhaltlich?

Es geht um einen jungen Studenten namens Frank, der sich in eine Spanierin verliebt hat. Die reist aber von einem Tag auf den anderen zurück nach Lyon in Frankreich. Er reist ihr hinterher und fährt, um nach Lyon zu kommen, mit einer Mitfahrgelegenheit, dem etwas verrückten und ungefähr gleichaltrigen Automechaniker Tom. Die beiden können sich anfangs nicht leiden, es prallen quasi zwei Lebensauffassungen aufeinander. In Lyon stellt Frank fest, dass die Spanierin schon nach Spanien weiter gereist ist und will ihr hinterher reisen. Aus Mangel an Geld reist er wieder zusammen mit Tom, der aus einem anderen Grund auch nach Spanien muss. Sie fahren zusammen die Strecke, lernen sich näher kennen, erleben alles mögliche, streiten sich, trennen sich, finden sich wieder zusammen – das Ende will ich natürlich nicht verraten. Worum es eigentlich geht, ist die Konflikte und Gedanken unserer Generation in einem film greifbar zu machen.

Da habt ihr euch viel vorgenommen! Ohne euch zu nahe treten zu wollen, ihr seit jetzt alle keine gestandenen Profis, wie muss ich mir die Produktion vorstellen?

Wir fahren mit einer Crew von fünf Mann in einem Wohnmobil die Strecke ab. Außerdem fahren die zwei Schauspieler in einem zweiten Auto hinter uns her (das Auto was die Beiden dann auch im Film fahren). Wir drehen chronologisch und mit ganz wenig Mitteln und machen aber die Not zur Tugend und legen den Film dokumentarisch an, so als ob der Zuschauer mit auf die Reise geht. Nicht wie ein typischer Hollywood Film, mit großen Kamerakranfahrten und so weiter. Also es soll in unserem Film mehr um die Menschen und nicht um die Inszenierung gehen.

Wie laufen die Vorbereitungen, in welcher Phase seid ihr gerade?

Zur Zeit sind wir in der „Websitephase“, also wir kümmern uns vermehrt um die Website. Parallel läuft die Sponsorenphase, wir suchen Sponsoren, Verleiher und Filmförderungen. Gedreht wird dann vom Ersten bis zum Dreißigsten Juni.

Dann wünschen wir euch bei eurem Film alles Gute! Vielen dank für das Interview.

Das Interview führte Conny Espenhahn.

Kategorie : PrQjekte, Sonstiges

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